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Markus Estermann

Mit einer Rekordbeteiligung von 564 Booten fanden die diesjährigen Ruder-Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee in Luzern statt. Tim Honermann vom See-Club Luzern wurde Schweizer Vizemeister in der Kategorie U19 im Ruder-Vierer ohne Steuermann. Der 17-Jährige absolviert seit 2012 eine Ausbildung zum Applikationsentwickler bei Leuchter IT Solutions. Für die Open-Source-ERP Software Tryton programmiert er Funktionen, erstellt automatisierte Vorlagen und unterstützt Kunden bei Support-Anfragen.

Tim, wie bist du zum Rudersport gekommen?

Ich habe lange Zeit beim Luzerner Sportclub Fussball gespielt. Meine Cousine und ihre beste Freundin Louisa Gerke (Schweizer Meisterin im Zweier und Teilnehmerin an der Junioren-WM in Hamburg) ruderten beim Ruderclub Rotsee und beim See-Club Luzern und haben mich 2011 dazu angestachelt, mit dem Rudern zu beginnen. Leistungssport betreibe ich jetzt seit Mitte 2013. Das bedeutet, dass ich etwa acht bis zehn Trainings pro Woche absolviere.

Es gibt viele verschiedene Disziplinen im Rudern. In welcher trittst du an?

Meine Hauptdisziplin bzw. Bootsklasse ist der Vierer ohne Steuermann. In dieser Kategorie tritt man im Riemenrudern an. Das bedeutet, dass jeder im Boot nur ein Ruder in der Hand hält. Das Steuern übernimmt bei uns der Schlagmann (welcher den Takt angibt) mit einem Fusssteuer. Technisch gesehen gehört der Vierer ohne Steuermann zu den schwierigsten Bootsklassen, ist vielleicht die schwierigste überhaupt.

Dein Job, die Ausbildung und der Sport – wie kommst du mit der Dreifachbelastung zurecht?

Ein grosser Vorteil sind die flexiblen Arbeitszeiten bei Leuchter IT Solutions. In diesem Jahr war vor allem der Druck in der Berufsschule gross, da ich Ende Juni die Teilprüfung absolviert habe. Ansonsten bleibt halt nicht viel Zeit für anderes. Rudern ist quasi zu meinem Leben geworden, Zeit für Ausgang oder Ähnliches gibt es kaum. Jedoch bin ich vom Rudern so fasziniert, dass es mir wert ist, so viel Zeit zu investieren.

Siehst du Parallelen zwischen deinem Job und dem Rudern?

Definitiv, Ja! Wohl die beiden wichtigsten Fähigkeiten im Job und beim Rudern sind Teamfähigkeit und Durchhaltewillen. Beim Rudern trainiere ich meine mentale Stärke. Man lernt, was es bedeutet, ein richtiges Team zu sein und durch die Hölle zu gehen, um etwas zu erreichen.

Kommen wir zurück zur Schweizer Meisterschaft im Juni 2014. War es ein Vorteil, dass der Wettkampf quasi vor der Haustür auf dem Rotsee in Luzern stattfand?

Sicherlich war es ein Vorteil. Zum einen hatten wir kurze Wege und mussten nicht umständlich in Jugendherbergen übernachten. Zum anderen kennen wir den Rotsee schon fast so gut wie unsere Hosentasche. Diese Tatsache liefert uns den Vorteil, dass wir im Rennen zu jedem Zeitpunkt wissen, wo wir stehen, wie viel wir schon gerudert sind und welche Strecke noch vor uns liegt. Das hilft insbesondere bei der Einteilung der Kräfte.

Wie lief der Wettkampf ab?

Unser Rennen am Samstag lief ziemlich ruhig ab. Für uns galt es Kräfte zu sparen für das Finalrennen am Sonntag. Im Vorlauf reichte ein dritter Platz, um sich für den A-Final zu qualifizieren. Unsere Gegner waren Vevey, Zug und Schaffhausen. Die erste Streckenhälfte führte Vevey das Feld an; sie konnten es jedoch nicht bis zum Ende durchhalten. Wir siegten mit zwei Sekunden Vorsprung.

Am Sonntag hiess der Favorit GC. Wir wussten, dass es ein hartes Rennen sein würde, denn drei der vier Ruderer vom GC-Team nehmen an den Junioren-Weltmeisterschaften in Hamburg teil. Trotzdem war es unser Ziel, uns möglichst lange an sie ranzuhängen und ihnen auf gut Deutsch «so lang wie möglech uf de Sack z goh». Auf der ersten Streckenhälfte fuhren wir gut mit den Zürchern mit. Auf der zweiten Streckenhälfte konnten sie jedoch nochmals nachlegen und fuhren uns davon. Im Schlusssprint lieferten wir uns auf den letzten 300 Metern ein Duell mit Vevey um den zweiten Platz, den wir wieder mit zwei Sekunden Vorsprung gewannen.

Was sind deine Ziele im Rudern?

Meine Entwicklung seit dem Start Mitte Juli 2013 geht sehr gut voran. Mit der Silbermedaille an den Schweizer Meisterschaften habe ich das diesjährige Ziel erreicht. Im nächsten Jahr ist es mein Ziel, an die sogenannten «Kaderzusammenzüge» zu kommen und, wenn es perfekt läuft, international für die Schweiz an den Start zu gehen. Bis dahin ist es aber noch ein langer und schwieriger Weg.

Das wohl Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass ich den Spass am Rudersport behalte und mich trotz der vielen Trainings immer noch darauf freuen kann.

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